Montag, 30. Januar 2012

Slick-Rottnest-Island-Trail...

Vom Sommergewitter und grauen Wolken geweckt, ließen wir uns nicht aus der Ruhe bringen und fuhren, wie geplant ins "Rattennest". 50km vom Festland entfernt, soll das Wasser immer 5Grad wärmer, das Wetter immer besser,
der Strand noch weißer
und die Kangaroos etwas kleiner
(deshalb haben die Holländer die Insel Rattennest getauft, weil sie meinten die kleinen Dinger, haben was mit Ratten gemein) sein als in Perth selbst. Und wie "gebucht", trat alles ein. Am Nachmittag wurde es dann allerdings so tropisch heiß, dass unsere Radtour (auf der Insel gibt es keine Autos) ein wenig Erinnerung an unsere Slick-Rock-Tour in den Rockys erinnerte. Nur das wir diesmal nicht gänzlich allein unterwegs waren, immer einen erfrischenden Strand (auf 11km Länge ganze 63 Badestrände/-buchten) vor der Nase
und auch ausreichend Wasser dabeihatten. Und alles zusammen mit sportlicher Abwechslung  - einfach ein weiterer wahrgewordener Traum.

Zurück in Perth wollten wir unseren letzten Tag und Abend, gebührlich ausklingen lassen und gingen im Stadtteil Subiaco auf Restaurant-Suche. Gesucht, gefunden, unterm Sternenhimmel in die Couch gesunken, Bestellung aufgegeben und den Urlaub Revue passieren lassen, bekam Jenny als erste ihren Salat. 5 min später kam dann auch Rudis "Constadina-Pizza", die sich aber vollkommen anders als auf der Karte, gleich als Hawaii-Pizza zu erkennen gab. Also Kellnerin zurückgerufen und nochmal in die Küche gegeben. Und nachdem Rudi nun auf sein gegrilltes Gemüse etc. wartete (was dann einfach ungegrillt über die vorher servierte Hawaii-Pizza verteilt wurde), suchte Jenny mittlerweile das Chicken in ihrem Caesars-Salad, fand stattdessen erstmal nur Schinken und Ei und bekam dann (nachdem Rudi sein Pizza-Update geliefert bekam) als sie mit dem Salat fast fertig war, noch plötzlich die Portion Hühnchen in einer Schüssel nachgereicht. Die wurde aber nicht etwa auf den Tisch gestellt, sondern ohne zu fragen in die fast leere Salatschüssel gekippt, sodaß wir einfach  nur noch lachen konnten...fast perfekte 4 Wochen Urlaub gingen damit langsam zu Ende, mit einem lachenden und einen weinenden Auge (wer will schon wieder zurück aus dem Hochsommer vom anderen Ende der Welt nach Ilmenau-Himmelgrau).

So richtig Sommer!

...hatten wir in der letzten Woche, vor allem zum Abschluss in der Haupstadt West-Australiens, Perth. Ab hier waren wir dann auch wieder zu Fuß unterwegs, denn unseren treuen Gefährten, der uns ohne Zwischenfälle super von Melbourne über Adelaide nach Perth gebracht hat, mußten wir hier abgeben.
Den Tag verbrachten wir am Meer (Cottesloe-Beach - mit riesigem Wellenspaß, der viele der Sonnenbadenden überraschend durchnäßte; sehr lustig anzuschauen aus sicherer Entfernung;-),
den Nachmittag in der City mit anschließendem Open-Air-Abendessen und Kino (es wurde das Dschungelbuch in einem Park gezeigt)

und einem Abendspaziergang durch den Kings-Park bei wirklich angenehmen 24Grad zu der Uhrzeit. Den besten Blick erhält man vielleicht von der letzten Stufe auf Jacob's Leiter, die gleichzeitig das Fitness-Studio vieler zu sein scheint (242 Stufen, gegen 22Uhr abends, ca. 30 Sportler und wir zwei Touris:).

Und wem diese Stufen nicht genug sind als Training, der bepackt sich einfach noch mit ein paar Gewichten, z. B. das Kind auf dem Rücken.

Delfine in Sicht...

In Bunbury angekommen, hatten wir quasi so mit die letzten Nächte in Australien und eins der Highlights stand auf dem Programm.
Als Übernachtungsquartier entschieden wir uns für eins der zwei Backpackers in der wohl 2. größten Stadt Westaustraliens, das Dolphin Resort Backpackers. Nur wenige Meter zu Fuß in die Innenstadt, Sichtweite zum Ozean und damit nochmal die Chance einen wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen.


Die City und Shoppingmeile war also schnell erreicht und da eigentlich nur Touris - wie wir ;-) - bei diesen sommerlichen Temperaturen um die 40 Grad unterwegs sind, hatten wir diese ohne Menschentrubel recht schnell erkundet.
Zur Mittagszeit waren wir im Dolphin Discovery Centre, wo wir das in Baird Bay zu derzeit nicht Mögliche - wahr machen konnten - schwimmen mit Delphinen :-)
Seit ein paar Jahren sind in der Bucht einige - derzeit um die 150 Delphine - heimisch. Jährlich - im Januar - kommen hier Junge zur Welt. Irgendwie hat jeder Delphin seine Geschichte: z. B. ist Tangles wohl eine sehr erfolgreiche Mutter. Sie hat drei Kälber (soweit man weiß). Im Laufe der Jahre hat sie sehr in Gefahr gelebt. Sie wurde in 2001 von einem Hai angegriffen, im Jahr 2002 war sie mit einer Angelschnur verhettert (daher kommt wohl ihr Name). Trotz dieser negativen Erlebnisse ist sie in Koombana Bay geblieben und hat dort auch ihre Kälber (Turbo im Jahr 2005, Shadow im Jahr 2009 und Appers) zur Welt gebracht.

Bevor es aber raus aufs Meer ging, gab es einiges zu beachten - niemals diese Tiere berühren, denn es verschreckt sie und es besteht die Gefahr, dass sie aus der Bucht verschwinden. Zum anderen sind es wilde Tiere und man weiß nie, wie sie reagieren. Man wurde auf die Strömung hingewiesen und verschiedene Zeichen wurden ausgemacht, wie z. B. Hand heben, wenn ein Delphin neben oder unter dir schwimmt - Rudi war tatsächlich einmal der Erste, der dieses Zeichen gab ....
Gefahr durch einen Hai bestehen sollte (in der Zeit, wo wir in Australien waren, gab es ja leider zwei Zwischenfälle mit Haien u.a. in Perth, wo unsere weitere Reise uns noch hinführt). .... war schon spannend, vor allem, wenn man nur die Hälfte versteht ;-)
Es wurde immer aufregender, aber ... zunächst mußte man sich noch in einen Neoprenanzug quälen. Nicht, dass es so schon warm genug war.
Und für den Fall, dass es Jenny kalt werden sollte, hat sie gleich noch einen kurzen Anzug mit aufs Boot nehmen müssen. Nun war also alles komplett - Neoprenanzug, Schnorchel, Brille, Flossen .....

Mit einem Boot fuhren wir nun nach aller Einweisung raus aufs Meer. Es dauerte nicht lange und wir sahen die ersten Delphine.

Man kann eigentlich gar nicht beschreiben wie toll das ist!!! 
Die Sonne, das Wasser, das Rauschen des Meeres und dann noch diese fabelhaften Wesen 
(die man leider nicht knuddeln und streicheln darf ;-()
Erst noch einige Meter entfernt und plötzlich unter dem Boot - neben dem Boot - dann einer, plötzlich zwei und mehr .... kein Bild, was ihr hier seht, gibt nur andeutungsweise das Erlebte wieder.





Nach der Tour waren wir einfach nur happy, 
vor allem Jenny - solang` man Träume noch leben kann!



Elefanten und Mammuts...

...gabs dann auf dem weiteren Weg in Denmark und Walpole. Die Elephant Rocks und die Green Pools daneben boten wieder herrlichste Bademöglichkeiten.

Die Mammut-Bäume dagegen wieder etwas Abwechslung von den vielen Stränden. Ein toller Spaziergang durch die Baumkronen dieses einzigartig kribbelnden Waldes.

Den Ausläufer eines Buschfeuers bekamen wir dann auch noch am Himmel mit, aber mehr zum Glück auch nicht.

Hat trotzdem alles locker einen ganzen Tag gefüllt.
Weiter geht es nach Bunbury ..... Lloyd "Dedication to my Ex (miss that). Eines der Lieder, welches wir während der Fahrt so hörten.
Und auf der Fahrt dorthin, haben wir mal wieder ein einzigartiges Ampelmännchen gesehen :-)
Davon gibt es an jeder Baustelle mindestens zwei (also keine Ampeln) und es werden überall Jobs dafür angeboten (gesucht werden immer motivierte, engagierte und ausdauernde Leute in den Stellenausschreibungen u.a. in den Backpackers).

Sonntag, 29. Januar 2012

Albany

Weitere 460 km westwärts ging es dann nach Albany. Aufgrund des bedeckten Himmels entschieden wir uns zunächst nur für eine Übernachtung. Dieses Backpackers hier war von der Aufmachung das bisher interessanteste für uns.

In der Küche wurde bei unserer Ankunft von Asiaten, Franzosen, Deutschen und anderen schon fleißig geköchelt und entsprechend appetitlich hat es auch geschnuppert und wir bekamen mächtig Hunger, so dass wir nach Sichtung unseres echt gemütlichen Zimmers (auch als Wäschetrockenplatz super geeignet :-)
gleich ins Städtchen loszogen. Die Geschäfte waren auch hier bereits geschlossen, dennoch wurden uns einige ältere Sehenswürdigkeiten (alles in Ursprungsbauart von vor 150 Jahren) in der York Street geboten, wie Kirchen, zwei große alte Schiffe (eines war der originalgetreue Nachbau der Endeavour, die gerade Australien umsegelt),
 das Rathaus und auch hier noch ein riesiger Weihnachtsbaum :-)
Der nächste Tag weckte uns mit Sonnenschein, so dass wir uns spontan entschieden, noch einen Tag länger zu bleiben. Auf unserer Erkundungstour standen: Goode Beach, Stony Hill, The Gap, The Blowholes, The Natural Bridge. 




Nach so einem tollen Tag entschlossen wir uns für Sushi zum Abendessen an einem himmlischen Örtchen am Little Beach (kleiner Strand) in der - Two Peoples Bay. Ein Platz, wo die Welt noch in Ordnung ist, wie man bei uns so schön sagt.

Während unserer Reise entwickelte sich von Ausralien ja der Eindruck, dass 5 p.m. die Geschäfte schließen und spätestens 6 p.m. die Bordsteine hochgeklappt werden. Beim Frühstück im Backpacker gesellte sich ein älterer Herr (dieser ist als Freiwilliger auf der Endeavour unterwegs und macht gerade in Albany für ein paar Tage Zwischenstopp) zu uns, den wir dann auch mal fragten, ob dies normal sei und was die Menschen den restlichen Tag tun? Kurz und knapp antwortete er uns: "You are in the wrong town!" (Ihr seid nur in der falschen Stadt) - Aber grundsätzlich sitzen die Aussies abends eher zu Haus im Wohnzimmer/Terrasse, die meist zur abgewandten Seite der Straßen liegt und deshalb sieht man abends weder Aussie noch Licht in den Häusern sämtlicher Orte...

Montag, 23. Januar 2012

Great Ocean Drive

Am späten Nachmittag in Esperance angekommen und von der etwas eigenartigen Stadt erholt, genannt Norseman (erste Stadt nach über 2.000 km, aber keine Menschenseele weit und breit zu sehen außer in der Tankstelle, kein  Geschäft geöffnet), sind wir am Strand im Hostel abgestiegen. Total ausgehungert, da wir Obst und Gemüse ja vor der Grenze aufessen oder wegschmeißen mußten (Quarantänebestimmungen von West Australien) und die wenigen Cookies gerade für die Fahrt reichten, suchten wir den Markt, der zum Glück noch bis 7 p.m. aufhatte, allerdings war es dort nicht nur teuer, sondern die Auswahl auch noch bescheiden. Der Einkauf fiel damit sehr überschaubar aus (46g M+Ms für 2 Dollar, wofür wir sonst 500g  bekommen haben, haben wir deshalb auch liegen gelassen). 
Der Magen knurrte, also machten wir uns auf ins Stadtzentrum bei sommerlichen Temperaturen und einer kühlen Ozeanbrise. 
Der erste Blick fiel auf einen ziemlich langen Jetty (850m Steg), der seine Besonderheit hat. Denn hier ist seit vielen Jahren Sammy, eine große Robbe zu Hause und lässt sich von den heimischen Anglern das Mahl servieren (P.S. Sammy ist der Kopf, der aus dem Wasser guckt). 
Echt witzig! (und am nächsten Morgen war er immer noch da mit seiner Freundin:-) P.S. Nein, die in der weißen Hose ist nicht seine Freundin;-)
... wahrscheinlich hat Jenny die Robbe zulange bestaunt (oder die Kangäruhs hatten es ihm schon erzählt, daß sie stundenlang Streicheln und Küßchen geben kann), denn es dauerte nicht lange, 
ergriff er erst einmal die Flucht ins Wasser ;-))
Der 2. Blick fiel auf ein rotes Schild mit einem großen gelben M, d.h. nach 4 Tagen mal wieder Mails abrufen. Der abendliche Spaziergang durch Esperance war sehr gemütlich - ein paar alte Gebäude von denn Anfängen der Stadt (1863, so alt wie Perth),
viele schöne Strandhäuser und einige Geschäfte. Unseren Hunger konnten wir in einem gemütlichen Lokal stillen, wo auf der Speisekarte Krokodil, Kangaroo und Kamel angeboten wurde. Das Essen auf einem heißen Stein zubereitet, war einfach köstlich und der Preis gigantisch, aber wir hatten ja einen Geburtstag zu feiern ;-) (Sister, die Rechnung kommt mit der Flaschenpost ;-))

So war wieder ein erlebnisreicher Tag unseres lang ersehnten Urlaubs vorbei ... Am Sonntag wurden wir wieder mit strahlend blauem Himmel geweckt. Nach dem zeitigen Frühstück auf der Terrasse mit Blick aufs Meer, machten wir uns weiter nach Albany, den Great Ocean Drive entlang. Dazu kurz gesagt: einfach traumhaft, ob West Beach, Blue Haven, Fourth Beach, Twilight Beach, 9 Mile Beach oder unser absoluter Favorit, der Ten Mile Lagoon, jeder war anders, aber bot tollen Sand und türkisfarbenes Wasser.





Auf unserem Weg haben wir auch mal wieder ein neues Wort gelernt: Mallee Fowls - habt ihr schon mal was von einem Thermometerhuhn gehört? Nein? Wir auch nicht...aber die haben sogar solch gelbe Straßenschilder für die...